Obstwiesenretter      Kahlgrund-Spessart

Der Natur zu Liebe

Streuobst-Lokalsorten Erhaltungsprojekt Kahlgrund-Westspessart


Gesucht wird: Haferkrüps Birne und Schullehrersapfel !!

Wo sind die in vielen Kahlgrund- und Spessartdörfern beheimateten und meist nur im engen Umkreis beliebten Dorf- und Lokal-Streuobstsorten geblieben? Die Obstwiesenretter Kahlgrund-Spessart starten dazu ein langfristiges Projekt: „Sicherung und Erhalt von Dorf- und Lokalobstsorten der Region Kahlgrund-Spessart“ und hoffen auf die Mithilfe der Einwohner und örtlichen Streuobstkenner.

Nicht Äpfel wie Goldparmäne, Boskoop und Birnen wie Williams Christ oder Gute Luise sind regionale Sorten, wie so oft behauptet, sondern kommen aus Frankreich, Holland oder England und werden in den meisten Obstanbaugebieten Europas angepflanzt. Auch die gerne als „fränkisch“ bezeichnete Mollebusch Birne hat ihre Ursprünge in Frankreich. Waschechte Kahlgründer aber sind beispielsweise der Steinbacher Apfel aus Niedersteinbach oder der Alzenauer rote Rambur und die Haferkrüpsbirne aus Geiselbach. Original „Untermainer“ sind z.B. Bürgstädter Roter, Schöner aus Miltenberg und Wallstadter Rosenapfel.

Ziel des Obstwiesenretterprojektes ist die Erfassung, Prüfung und Wiedervermehrung der noch nicht erfassten und dokumentierten „echten“ regionalen Sorten. Die traditionelle Obstkultur des Kahlgrundes und Westspessarts soll so erhalten und weiter entwickelt werden. Einige davon sind wahrscheinlich kurz vor dem Aussterben oder schon unwiederbringlich verloren, wie der Schullehrersapfel aus Königshofen, von dem bisher kein Baum mehr gefunden wurde. Daher sind für den Erfolg des Projektes viele Informationen und Meldungen von Dorf/Lokalsorten und den Standorten der entsprechenden Bäume aus der Bevölkerung erforderlich. Sicher sind viele der Streuobstbäume lange nicht mehr in Bewirtschaftung und abgängig. Ein Absterben solcher Bäume würde den unwiederbringlichen Verlust der „echten“ Regionalsorte bedeuten. Nach der Sichtung der gemeldeten Bäume werden die Früchte durch erfahrene Pomologen geprüft, um sogenannte „Verwechslersorten“ – bereits bestehende Sorten - auszuschließen. Danach werden die Dorf- und Lokalsorten bei dem Bundessortenamt gemeldet. Das ist erfordelich, damit diese wieder durch von den Mutterbäumen gewonnenen Edelreiser in Baumschulen vermehrt und in den Handel gebracht werden dürfen. Für die Aufschulung der gefundenen Sorten haben die Obstwiesenretter bereits eine interessierte Baumschule gefunden. Förderer für die entstehenden Kosten des Projektes werden noch gesucht.

Start des Streuobst-Lokalsorten Erhaltungsprojektes Kahlgrund/Westspessart ist am Regionalen Streuobsttag am 25. Mai 2017 in Mömbris-Königshofen an der Dorflinde am Ortseingang. Dort können ganztägig (Von 11:00-17:00 Uhr) die Dorf- und Lokalobstsorten gemeldet werden. Als Angaben sind dazu der örtliche Name der Frucht, der Standort, ggf., wenn vorhanden, vorab Fotos des Baumes und der Frucht und die Kommunikationsdaten des Melders/Finders erforderlich. Die Obstwiesenretter Kahlgrund-Spessart hoffen auf rege Beteiligung, damit zumindest ein Teil der historischen Obstbaukultur im Kahlgrund und dem Westspessart vor der Vergessenheit bewahrt werden kann.